Wenn jemand "Uhrwerk" oder "Kaliber" sagt, bezieht er sich auf den Motor in Ihrer Uhr – den Mechanismus, der die Zeiger bewegt und die Komplikationen funktionieren lässt. Das Verständnis der Unterschiede zwischen den Uhrwerkstypen ist unerlässlich, egal ob Sie Ersatzteile kaufen, eine Reparatur in Auftrag geben oder einfach nur das schätzen, was an Ihrem Handgelenk ist.
Handaufzugswerke
Die älteste und reinste Form der mechanischen Uhrmacherei. Ein Handaufzugswerk erfordert, dass Sie die Krone regelmäßig (typischerweise einmal täglich) drehen, um die Zugfeder zu spannen, die sich dann langsam abwickelt, um die Uhr anzutreiben.
Funktionsweise: Krone → Schaltwerk → Federhaus → Räderwerk → Hemmung → Unruh. Die Energie fließt in eine Richtung, von Ihren Fingern zur oszillierenden Unruh, die die Zeitmessung reguliert.
Gängige Kaliber: Die ETA 6497 und 6498 (ursprünglich Unitas-Werke) sind die Arbeitspferde der Handaufzugswelt. Man findet sie in allem, von Panerai-Hommagen bis hin zu Mikro-Marken. Vintage-Sammler schätzen das Lemania 1873 (verwendet in der Omega Speedmaster), das Valjoux 72 (zu finden in frühen Rolex Daytonas) und das legendäre Zenith El Primero – obwohl das El Primero technisch gesehen ein Automatikwerk ist.
Teile, die wir führen: Zugfedern, Unruh-Baugruppen, Kronen- und Wellensätze, Klinkenfedern und komplette Uhrwerke. Wenn Sie eine Handaufzugsuhr warten, haben wir wahrscheinlich, was Sie brauchen.
Automatikwerke (Selbstaufzug)
Ein Automatikwerk ist im Wesentlichen ein Handaufzugswerk mit einem zusätzlichen Rotor – einem halbkreisförmigen Gewicht, das sich dreht, wenn Sie Ihr Handgelenk bewegen, und die Zugfeder automatisch aufzieht. Sie müssen es nie manuell aufziehen (obwohl die meisten dies ermöglichen).

Funktionsweise: Alles von einem Handaufzugswerk, plus ein Rotor → Wechselräder (oder Äquivalent) → Federhaus. Der Rotor wandelt die Bewegung des Handgelenks in Rotationsenergie um, die die Zugfeder spannt.
Gängige Kaliber: Das ETA 2824-2 treibt mehr Schweizer Uhren an als wahrscheinlich jedes andere Uhrwerk – es ist zuverlässig, präzise und Ersatzteile sind leicht erhältlich. Das Sellita SW200 ist seine nahezu identische Alternative. Im Luxussegment stellen Rolex' Kaliber 3135 (und sein Nachfolger 3235) und die Omega Co-Axial Kaliber den Höhepunkt der Automatikwerk-Ingenieurskunst dar.
Teile, die wir führen: Rotoren, Rotorlager, Wechselräder, komplette Automatikmodule sowie alle Teile, die auch in Handaufzugswerken üblich sind. Rotor-Ersatzteile gehören zu unseren am häufigsten nachgefragten Artikeln.
Quarzwerke
Quarzwerke nutzen einen batteriebetriebenen, oszillierenden Quarzkristall zur Zeitmessung. Sie sind deutlich präziser als mechanische Uhrwerke (typischerweise ±15 Sekunden pro Monat gegenüber ±5 Sekunden pro Tag für ein gutes mechanisches Werk).
Funktionsweise: Batterie → integrierter Schaltkreis → Quarzkristall, der mit 32.768 Hz schwingt → Schrittmotor → Räderwerk → Zeiger. Die Schwingungsfrequenz des Kristalls wird heruntergeteilt, um einen präzisen Ein-Sekunden-Impuls zu erzeugen.

Gängige Kaliber: Die Miyota 2035 und Ronda 505 finden sich in unzähligen Modeuhren. Die ETA 955.112 und 955.412 sind Schweizer Quarz-Standards. Für High-End-Quarzwerke stellen die Breitling SuperQuartz und die Grand Seiko 9F Serie den Höhepunkt dar.
Teile, die wir führen: Komplette Quarzwerke, Batterieklemmen, Leiterplatten, Spulen und Schrittmotoren. Wir führen auch Batterien (obwohl diese überall erhältlich sind) und Wellen-/Kronen-Baugruppen für quarzspezifische Gehäusekonfigurationen.
Welche Teile sind austauschbar?
Dies ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Die kurze Antwort: Es hängt vollständig von den spezifischen involvierten Kalibern ab.
Innerhalb derselben Kaliberfamilie (z.B. ETA 2824-2 und seine Varianten wie das 2834-2) sind viele Teile austauschbar. Aber zwischen verschiedenen Familien – selbst vom selben Hersteller – sinkt die Kompatibilität auf nahezu Null. Eine Zugfeder von einem ETA 2892 passt nicht in ein ETA 2824.
Im Zweifelsfall, fragen Sie uns. Wir befassen uns täglich mit Kompatibilitätsfragen und sind immer ehrlich darüber, was funktioniert und was nicht.
